So nutzen Sie den Farbkreis
- Wählen Sie eine Grundfarbe: Ziehen Sie die Markierung über den Farbkreis, tippen Sie einen HEX-Code ein oder klicken Sie auf „Zufällige Palette“.
- Schieben Sie die Markierung zur Mitte, wenn Sie weichere, weniger gesättigte Farben möchten, und an den Rand für kräftige Töne. Mit dem Regler „Helligkeit“ erhalten Sie dunklere Varianten.
- Wählen Sie eine Harmonie. Die zusätzlichen Markierungen bewegen sich mit Ihrer Grundfarbe und behalten immer dieselben Winkel. So können Sie ein Farbschema drehen, ohne dass es auseinanderfällt.
- Lesen Sie den Kontrastwert unter jedem Farbfeld, bevor Sie eine Farbe für Text einsetzen: Ab 4,5:1 ist die WCAG-Stufe AA für normal große Schrift erfüllt.
- Kopieren Sie einen einzelnen HEX-Code, die ganze Palette oder einen Link, der die Palette genau so wieder öffnet, wie Sie sie verlassen haben.
Farbharmonien im Farbkreis
Eine Farbharmonie ist eine feste geometrische Beziehung im Farbkreis. Weil die Winkel gleich bleiben, egal wo die Grundfarbe liegt, können Sie ein Schema so lange drehen, bis es zu Ihrer Marke, Ihrem Foto oder Ihrem Raum passt – und es bleibt trotzdem stimmig.
RGB oder RYB: Welchen Farbkreis sollten Sie nutzen?
Bildschirme mischen Licht, deshalb arbeitet digitales Design mit dem RGB-Farbkreis. Rot, Grün und Blau sind seine Grundfarben, und Gegenfarben ergeben zusammen weißes Licht: Rot liegt Cyan gegenüber, Grün liegt Magenta gegenüber und Blau liegt Gelb gegenüber. HEX-Codes, CSS und Designprogramme arbeiten in diesem Modell, und genau diesen Farbkreis verwendet auch die App Color Wheel & Palettes.
Farbe auf Papier oder Leinwand mischt Pigmente, und im Kunstunterricht lernt man den älteren Farbkreis mit Rot, Gelb und Blau (RYB). Dort liegt Rot gegenüber von Grün, Gelb gegenüber von Violett und Blau gegenüber von Orange. Planen Sie ein Gemälde, einen Raum oder ein Outfit, schalten Sie das Tool auf „Malerei (RYB)“: Es ordnet die Farbtöne so an, dass die Harmonien dem entsprechen, was Sie gelernt haben – und liefert trotzdem HEX-Werte für den Bildschirm.
Keiner der beiden Farbkreise ist falsch. Sie beschreiben unterschiedliche Materialien, also wählen Sie den, der zu dem Ort passt, an dem Ihre Farben am Ende landen.
Warme und kalte Farben, Aufhellen, Abdunkeln und Trüben
Der Farbkreis teilt sich grob in zwei Hälften nach Farbtemperatur. Rot, Orange und Gelb wirken warm und scheinen auf den Betrachter zuzukommen; Grün, Blau und Violett wirken kalt und treten zurück. Eine Palette mit einem warmen Akzent zwischen kalten Farben, oder umgekehrt, wirkt meist bewusst gestaltet.
Aufhellen, Abdunkeln und Trüben verändern eine Farbe, ohne ihren Farbton zu ändern. Beim Aufhellen (englisch Tint) kommt Weiß hinzu: Ziehen Sie die Markierung zur Mitte oder senken Sie die Sättigung. Beim Abdunkeln (Shade) kommt Schwarz hinzu: Senken Sie die Helligkeit. Beim Trüben (Tone) kommt Grau hinzu, also beides zugleich. Die monochrome Harmonie baut diese Stufen automatisch für Sie.
Bevor Farben in eine Website oder App wandern, prüfen Sie den Textkontrast mit dem WCAG-Kontrastprüfer, und für weiche Übergänge zwischen Ihren Palettenfarben probieren Sie den Gradient-Generator.
Woher der Farbkreis kommt
Isaac Newton bog das Spektrum in seinem Werk Opticks (1704) zu einem Kreis. Erst dadurch ließ sich von benachbarten und gegenüberliegenden Farben sprechen. Später setzte sich in der Malerei der zwölfteilige Farbkreis aus Rot, Gelb und Blau durch, den Johannes Itten am Bauhaus lehrte und der bis heute als Ittens Farbkreis bekannt ist: drei Grundfarben, drei daraus gemischte Sekundärfarben und sechs Tertiärfarben dazwischen. Digitale Werkzeuge haben die Pigment-Grundfarben durch Licht ersetzt, doch die Idee, Harmonien an Winkeln auf einem Kreis abzulesen, ist geblieben.